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    Lissabon – Das „Little San Francisco“

    FĂŒr all diejenigen, die schon immer einmal nach San Francisco wollten, es aber aus irgendwelchen GrĂŒnden nicht bis ĂŒber den großen Teich schaffen, habe ich eine gute Nachricht: Ihr findet das „Little San Francisco“, wie ich es gerne nenne, nur knapp drei Flugstunden von Deutschland aus in der Hauptstadt Portugals. Lissabon ist fĂŒr mich eine der beeindruckendsten und lebendigsten StĂ€dte Europas und erinnert mich in ihrer Architektur und ihrem Flair sowohl an Rom als auch an San Francisco. Die Stadt besticht durch ihre bunten HĂ€user, steilen Straßen, atemberaubenden Aussichtspunkte und SehenswĂŒrdigkeiten und einer unglaublichen WeitlĂ€ufigkeit, sodass ihr auf jeden Fall mehrere Tage fĂŒr einen Besuch einplanen solltet. Ich verrate euch, welche Spots ihr dabei unbedingt gesehen haben mĂŒsst.

    Alfama – Das Ă€lteste Viertel der Stadt

    Da unsere Unterkunft auf einem HĂŒgel im schönen Viertel Alfama lag, haben wir unsere Tour dort gestartet. Alfama ist der Ă€lteste Bezirk Lissabons und zeichnet sich besonders durch seine engen Gassen mit wildem Kopfsteinpflaster aus. Heute gehört es mit seinen zahlreichen Kunsthandwerkern und historischen Bauwerken zu einem der angesagtesten Viertel. Alfama bietet euch nicht nur gleich mehrere wichtige SehenswĂŒrdigkeiten auf einmal, sondern auch coole Streetart und gleich drei der schönsten Miradouros (Aussichtsplattformen) der Stadt. Wenn du dir die beschwerlichen Aufstiege sparen möchtest, kannst du auch die historische Straßenbahn Tram 28 nehmen. Allerdings kommst du so nicht an allen SehenswĂŒrdigkeiten vorbei.

    Castelo de SĂŁo Jorge

    Wenn ihr den Berg zur Festung einmal erklommen habt, bietet euch die Festungsanlage durch ihre Lage auf dem HĂŒgel Alfamas einen wunderschönen Ausblick ĂŒber ganz Lissabon. Die Burg stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde von den Mauren errichtet.

    Die Catedral SĂ© Patriarcal

    Die SĂ© Kathedrale ist die Ă€lteste Kirche Lissabons und hat bereits mehrere Erdbeben ĂŒberstanden. Sie gehört damit definitiv zu den wichtigsten SehenswĂŒrdigkeiten.
    Wenn ihr ein paar Meter weiter den Gleisen der Tram folgt, kommt ihr ĂŒbrigens am Museu de Lisboa Santo AntĂłnio vorbei, wo euch eine wunderschöne Fotokulisse in Form einer riesigen Blumenwand erwartet.

    Igreja de Santa EngrĂĄcia

    Die Kirche im Barockstil mit ihrer eindrucksvollen Kuppel ist besser als PanteĂŁo Nacional bekannt und gehört zu den beliebtesten SehenswĂŒrdigkeiten Lissabons. Der Legende nach soll der Platz, an dem das PanteĂŁo heute steht, verflucht sein, weil hier einmal ein unschuldiger Mann fĂŒr einen Raub verurteilt worden sein soll.

    Miradouros

    Die Miradouros in Lissabon sind meine absoluten Lieblingsorte. Die atemberaubenden Ausblicke, die man von dort ĂŒber die Stadt und die Weiten des Tejos genießen kann, sind einfach nicht mit Worten zu beschreiben. In Alfama findet ihr gleich drei der schönen Aussichtspunkte: Der Miradouro das Portas do Sol, der Miradouro de Santa Luzia und der Miradouro da Graça. Ersterer ist wahrscheinlich der trubeligste und bekannteste von den dreien und auch mein persönlicher Favorit! (Ich war fast jeden Tag hier, weil mir die AtmosphĂ€re dort so gut gefallen hat). Hier fĂ€hrt auch die berĂŒhmte Tram 28 vorbei. Ihr solltet unbedingt auf der angrenzenden Terrasse Platz nehmen und einen Cappuccino in der Sonne genießen. Das nenne ich mal coffee with a view, wie er im Buche steht!

    Baixa – Das HerzstĂŒck der Stadt

    Unten in Baixa seid ihr im pulsierenden Zentrum, bzw. der Innenstadt von Lissabon angekommen, in dem ihr im Gegensatz zu den anderen Vierteln nur wenige HĂŒgel auf- und absteigen mĂŒsst. Wer aber nun denkt, hier reiht sich ein Modekaufhaus an das nĂ€chste an, der tĂ€uscht sich. Selbst die modernen GeschĂ€fte des tĂ€glichen Bedarfs befinden sich hier eingebettet in die schönsten klassischen Bauwerke im Pombaline-Stil. UnzĂ€hlige hippe CafĂ©s und Restaurants, sowie die schöne Uferpromenade laden zum Flanieren und Verweilen ein. Ihr solltet es euch hier ĂŒbrigens zum tĂ€glichen Ritual machen einen Ginjinha – ein fĂŒr Lissabon bekannter Kirschlikör – sowie mindestens ein Pasteis de Nata zu essen – das sind himmlisch leckere BlĂ€tterteigtörtchen mit Vanillepudding. Klingt simpel, aber beides hat das Potenzial, euer Leben zu verĂ€ndern😉

    Triumphbogen Arco da Rua Augusta

    Dieser imposante Triumphbogen mit seiner angrenzenden Allee, hat mich irgendwie an Rom erinnert. Auch wenn der dahinterliegende Platz euch reizt, direkt weiter in Richtung Uferpromenade des Tejos zu gehen, solltet ihr euch den Panoramarundblick von der Aussichtsplattform des Arcos nicht entgehen lassen. Besonders bei Sonnenuntergang habt ihr einen fantastischen Blick ĂŒber die Stadt.

    Praça do Comércio

    Der Triumphbogen dient als Eingangstor zum Praça do ComĂ©rcio – ein großer Platz mit Sicht auf den Tejo, der von PalastgebĂ€uden eingerahmt ist und in dessen Mitte sich eine große Statue befindet. Ich habe den Platz und die Uferpromenade sehr gerne gemocht und bin gleich an zwei Abenden hier hergekommen, weil der Platz einen unheimlich schönen Flair bietet.

    Praça de D. Pedro IV. – Rossio

    Die prachtvolle Einkaufsstraße Rua Augusta in der FußgĂ€ngerzone verbindet den Praça do ComĂ©rcio mit dem Praça de D. Pedro IV, besser bekannt als Rossio. Er ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt, an dem Touristen und Einheimische aufeinandertreffen und bietet eine sehr schöne Kulisse. Um ihn herum haben sich außerdem viele coole CafĂ©s angesiedelt.

    Elevador de Santa Justa

    Der wohl bekannteste und kunstvoll gestaltete öffentliche Personenaufzug, der auch Elevador do Carmo genannt wird, verbindet den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Einkaufsviertel Chiado. Die Art und Weise wie er mitten in das lebendige Viertel zwischen WohnhÀuser eingebettet ist, bietet einen faszinierenden Anblick und eine tolle Fotokulisse! In jede der zwei mit Holz vertÀfelten Kabinen passen bis zu 24 Personen.
    Übrigens ist der Aufzug Teil des öffentlichen Nahverkehrs und kann somit mit einer Tageskarte der Carris genutzt werden – das ist viel gĂŒnstiger als ein Einzelticket fĂŒr den Aufzug.

    Bairro Alto – Das Kneipenviertel

    Abends (z.B. nach dem Besuch des Time Out Markets) bietet sich das belebte Szene- und Kneipenviertel von Lissabon fĂŒr einen Absacker, zum Feiern oder fĂŒr einen Aperitif in gemĂŒtlicher AtmosphĂ€re an. Die Oberstadt Bairro Alto ist grĂ¶ĂŸtenteils fĂŒr den Autoverkehr gesperrt, weswegen sie sich bestens zum entspannten Flanieren anbietet. Empfehlenswert sind die Standseilbahnen, die euch den steilen Berg bis nach Bairro Alto hinaufbringen. In den engen Gassen sind viele coole Bars angesiedelt, die auch Cocktails zum Mitnehmen anbieten – so könnt ihr euch wunderbar auf den Abend einstimmen 😉

    Eléctrico 28

    Eine Fahrt mit der historischen Tram 28 gehört zu eurem Besuch in Lissabon genauso dazu wie die Pasteis de Nata. In der gelben Bahn findet ihr immer noch Originalteile aus den 1930er Jahren, wie poliertes Holz im Inneren oder ZiffernblĂ€tter aus Messing. Mit der Bahn kommt ihr außerdem an vielen der schönsten SehenswĂŒrdigkeiten vorbei, wie etwa der SĂ© Kathedrale, der Burg SĂŁo Jorge oder dem PanteĂŁo Nacional. Ihr könnt also gut und gerne einfach mal die gesamte Strecke fahren und so einen Überblick ĂŒber die Stadt erhalten. Wenn ihr die Chance auf einen (guten) Sitzplatz erhöhen möchtet, solltet ihr aber unbedingt an der ersten Haltestelle, Martim Moniz, am besten in den frĂŒhen Morgen- oder spĂ€ten Abendstunden einsteigen. Das Sitzenbleiben bis zur letzten Haltestelle, Campo Ourique, lohnt sich ĂŒbrigens, denn dort erwartet euch eine ganz besondere Kulisse.

    Cemitério Dos Prazeres

    Wenn ihr an der letzten Haltestelle der Tram 28 aussteigt, könnt ihr den CemitĂ©rio dos Prazeres besichtigen. Hierbei handelt es sich um einen Friedhof. Zugegeben, normalerweise nicht gerade ein Ort der Freude – auch wenn der Name genau das bedeutet. Aber dieser Friedhof ist nicht mit dem zu vergleichen, was wir kennen. Die SĂ€rge, die teilweise frei zugĂ€nglich sind, liegen in kleinen ĂŒberirdischen HĂ€usern, die mit Steinfiguren und aufwendigen Ornamenten verziert sind. Durch die GrĂ¶ĂŸe und Architektur wirkt der riesige Friedhof wie eine eigene kleine Stadt. In den Mausoleen findet ihr die GrĂ€ber vieler berĂŒhmter Persönlichkeiten aus dem 19. Jahrhundert.
    Am westlichen Ende des Friedhofs habt ihr ĂŒbrigens einen fantastischen Blick auf die HĂ€ngebrĂŒcke Ponte 25 de Abril.

    LX Factory

    Vom Friedhof ist es nicht mehr weit bis zur LX Factory – einem echten Geheimtipp in Lissabon, der noch nicht in jedem ReisefĂŒhrer zu finden ist. Die LX Factory ist ein herrlicher Ort zum Flanieren, denn auf dem alten FabrikgelĂ€nde ist ein moderner Ort der Entspannung und der KreativitĂ€t entstanden. Ihr findet hier stylische DesignerlĂ€den, hippe Restaurants und Bars, Kunstgalerien, sowie außergewöhnliche Streetart und unzĂ€hlige Fotokulissen. Wenn man das Tor zum GelĂ€nde durchquert, weiß man gar nicht wo man zuerst hinschauen und hingehen soll – hier herrscht einfach eine einzigartige AtmosphĂ€re!

    Sonntags findet ĂŒbrigens ein Flohmarkt auf dem GelĂ€nde statt, wo ihr Vintage-Artikel, wie alte Schallplatten, sowie Kunst und Handarbeiten der lokalen Kunsthandwerker erwerben könnt. Das GelĂ€nde liegt etwas außerhalb von Lissabon, in der NĂ€he der HĂ€ngebrĂŒcke Ponte 25 de Abril. Ihr erreicht es aber super unkompliziert mit der Tram 15 oder 18.

    Time Out Market

    Der Time Out Market in Lissabon besteht aus zwei großen Markthallen, in der sich im Food Court eine Vielfalt an Restaurants, Bars und CafĂ©s angesiedelt hat – manche davon sogar mit portugiesischen Sterneköchen. Der perfekte Ort fĂŒr alle Foodies, die sich gerne mal durch die unterschiedlichsten SpezialitĂ€ten durchprobieren. Ihr findet hier die traditionelle portugiesische KĂŒche, MeeresfrĂŒchte, Steak, Pizza, Sushi und natĂŒrlich auch die berĂŒhmten Pasteis de Nata. In der zweiten Halle findet der regulĂ€re Wochenmarkt statt.

    Der Markt liegt unterhalb des Kneipenviertels Baixa, weswegen sich ein Besuch am spÀten Nachmittag anbietet, bevor man am Abend mit der Standseilbahn nach Baixa fÀhrt. Aber auch rund um den Time Out Market herrscht ein schöner Flair mit vielen tollen Restaurants, Bars und einer kleinen Parkanlage direkt vor der Markthalle.

    Belém

    Auch wenn BelĂ©m nicht gerade in Laufweite vom Touristenzentrum liegt, sollte es dennoch ganz weit oben auf eurer Liste stehen, denn hier befinden sich einige der bekanntesten SehenswĂŒrdigkeiten. Ihr erreicht BelĂ©m am einfachsten mit der grĂŒnen Metrolinie.
    Der Vorort von Lissabon bietet mit seiner Lage direkt am Tejo eine ganz besondere AtmosphÀre. Ein Besuch gehört aber schon alleine deswegen zum Pflichtprogramm, weil sich hier der Geburtsort der köstlichen Pasteis de Nata befindet.

    PadrĂŁo dos Descobrimentos

    Dieses prunkvolle Denkmal wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer errichtet und soll an die Entdeckungsreise und Entstehungsgeschichte von Lissabon erinnern. Die GrĂ¶ĂŸe des Sockels mit seinen Figuren ist wirklich beeindruckend!

    Torre de Belém

    Nur einige Meter weiter findet ihr das Torre de BelĂ©m. FrĂŒher diente er als Leuchtturm, heute ist er eine der beliebtesten SehenswĂŒrdigkeiten und Fotomotive, nicht zuletzt wegen seines manuelinischen Baustils.

    Mosteiro dos JerĂłnimos

    Das Kloster Mosteiro dos Jerónimos besticht durch seine atemberaubend schöne Architektur! Bis zur Fertigstellung des Klosters 1601 dauerte es fast 100 Jahre. Wenn man sich aber einmal die Feinheiten der spÀtgotischen Verzierungen ganz genau anschaut, wundert es einen nicht, dass der Bau so viel Zeit in Anspruch genommen hat. Das Kloster bietet eine unheimlich schöne Fotokulisse!

    Pasteis de Belém

    Die Confeitaria PastĂ©is de BelĂ©m stellt die Pasteis noch immer in liebevoller Handarbeit her und behĂŒtet das Rezept mit den genauen Zutaten bereits seit mehr als 180 Jahren. Es gibt auf der ganzen Welt und in der Stadt zwar viele Nachahmungen, die sicher nahezu genauso gut schmecken, das Original findet ihr aber nur hier! In einer Stunde werden hier ĂŒber 900 Törtchen zubereitet. Obwohl das CafĂ© sehr groß ist und viele Sitzmöglichkeiten bietet, soll es in der Hauptsaison brechend voll sein. Ich hatte GlĂŒck und konnte ohne Wartezeit drinnen Platz nehmen und meine Pasteis zusammen mit einem Cappuccino mit Sahne (man gönnt sich ja sonst nichts) genießen. Falls es doch mal voller sein sollte, könnt ihr die Pasteis auch zum Mitnehmen kaufen und im nahe gelegenen Jardim BotĂąnico essen.

    Und wem jetzt das Wasser bereits vom Lesen im Mund zusammenlĂ€uft, fĂŒr den habe ich hier das Rezept zum Nachbacken der sĂŒĂŸen Törtchen herausgesucht.

    Fazit

    Ihr merkt bereits an der LĂ€nge des Artikels, dass Lissabon unheimlich viel zu bieten hat und ich aus dem SchwĂ€rmen quasi nicht mehr rauskomme. FĂŒr mich zĂ€hlt Lissabon auf jeden Fall zu einer der sehenswertesten StĂ€dte in ganz Europa, die man auch gut und gerne mehr als einmal besuchen kann.

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