Samstag, 22, Juni 2024
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    Gratis durch Washington DC

    Jedes Jahr erfreuen sich die Hauptst├Ądte dieser Welt gro├čer Beliebtheit bei Touristen aus dem In – und Ausland. So geh├Ârten London, Bangkok, Rom und Tokio mit zu den gefragtesten Reisezielen, genau wie New York City, Miami und Los Angeles. Washington DC wiederum, politisches Zentrum der Vereinigten Staaten, schafft es nicht einmal in die Top 5 der meistbesuchten St├Ądte des Landes. Dabei bietet die Metropole am Potomac River zahlreiche Sehensw├╝rdigkeiten die zu einem Gro├čteil sogar kostenlos sind.

    Das ber├╝hmteste Haus der Welt

    Das wohl ber├╝hmteste Geb├Ąude der Stadt, wenn nicht sogar der ganzen Welt, ist das Wei├če Haus, Amts – und Regierungssitz des US-Pr├Ąsidenten. Es befindet sich an der Pennsylvania Avenue im Herzen der Stadt und wird von allen Seiten strengstens bewacht. Anderes als die Downing Street 10 in London, steht das Wei├če Haus der ├ľffentlichkeit offen und kann mit gef├╝hrten Touren besichtigt werden. Der Eintritt ist sogar kostenlos aber mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden. So sollte eine Tour mindestens 21 Tage vorher gebucht sein, vor Beginn muss der aktuelle Reisepass vorgezeigt werden und wer kein US-B├╝rger ist, kommt nur ins Wei├čes Haus, wenn vorher die nationale Botschaft vor Ort kontaktiert wurde. Wer die M├╝hen auf sich nimmt, hat die Chance durch die R├Ąume zu wandern, in denen Obama, Kennedy und Co gelebt haben. Das Wei├če Haus ist aber auch von Au├čen ein echter Blickfang und kann sowohl von der Pennsylvania Avenue als auch von der s├╝dlich gelegenen East Street fotografiert werden. An den anwesenden Sicherheitsleuten sollte sich aber keine st├Âren, da die Herren in Schwarz einfach nur aufpassen, dass niemand auf dumme Ideen kommt, wie den Zaun hochzuklettern.

    Der Obelisk

    Hinter dem Wei├čen Haus liegt der PresidentÔÇÖs Park, an dem sich, durch die Constuction Avenue getrennt, die Gr├╝nfl├Ąche um das Washington Monument anschlie├čt. Der 169 Meter hohe Obelisk wurde 1884, nach 36 Jahren Bauzeit, zu Ehren von George Washington er├Âffnen und befindet sich inmitten der National Mall zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial. Die ersten Pl├Ąne f├╝r das Denkmal kamen schon zu Washingtons Lebzeiten auf, doch nach seinem Tod 1799 konnten sich die Beteiligten weder auf einen Entwurf noch auf die Finanzierung einigen. Urspr├╝nglich sollte um den Marmorturm herum ein Tempel, ├Ąhnlich den Denkm├Ąlern f├╝r Lincoln und Jefferson, stehen der jedoch aus Kostengr├╝nden nie gebaut wurde. Der Turm ist f├╝r jeden freizug├Ąnglich und kann sogar von innen besichtigt werden. Daf├╝r geht es mit einem Fahrstuhl hoch zur Spitze, von der Besucher einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt haben. Da t├Ąglich nur eine begrenzte Anzahl an Karten zur Verf├╝gung steht, sollten Urlauber sich schnell um eine k├╝mmern. Die Tickets sind grunds├Ątzlich kostenlos, es sei denn, sie werden f├╝r den n├Ąchsten Tag reserviert. Dann fallen Geb├╝hren von 1,50 Dollar pro Ticket an.

    Der Kongress

    Eine halbe Stunde Fu├čmarsch in Richtung Osten liegt das Kapitol, das vom Washington Monument aus schon gut sichtbar ist. Hier sitzt der Kongress der Vereinigten Staaten, aufgeteilt in den Senat und das Repr├Ąsentantenhaus. Anders als beim Wei├čen Haus ist der Aufwand, um in das 1823 er├Âffnete Geb├Ąude zu kommen, nicht so gro├č. Wer mag, dann das Kapitol spontan besuchen oder im Internet Tickets f├╝r Einzelpersonen, Familien oder Gruppen mit bis zu 15 Personen, reservieren. Der Eintritt ist, genau wie beim Wei├čen Haus, kostenlos. F├╝r US-B├╝rger gibt es sogar die M├Âglichkeit, ihren dortigen Senator oder Repr├Ąsentanten zu kontaktieren und sich von deren Mitarbeitern durch das Geb├Ąude f├╝hren zu lassen.

    Das Lincoln Memorial mit dem Reflecting Pool und dem National World War II Memorial davor

    Gedenken an die Toten

    Westlich vom Washington Monument, nur einmal ├╝ber die 17th Street, liegt das Weltkriegsdenkmal. Dieses besteht aus einen gro├čen Brunnen in der Mitte, umgeben von 56 Granits├Ąulen auf denen die Namen der US-Bundesstaaten und weiterer ├ťberseegebieten des Landes stehen. Im n├Ârdlichen und s├╝dlichen Teil des ellipsenf├Ârmigen Denkmals, steht jeweils ein Triumphbogen f├╝r den Atlantischen – und den Pazifischen Ozean. Direkt hinter dem Memorial beginnt der Reflecting Pool, ein 618 Meter langes und 167 Meter breites Becken, in dem sich die angrenzenden Denkm├Ąler spiegeln. Zum Schwimmen ist das Becken mit seiner Tiefe von 1,30 Meter jedoch nicht gedacht, sonder dient lediglich zur Versch├Ânerung des Weges vom Washington Monument zum Lincoln Memorial. Dieses wurde 1922 zu Ehren des 16. Pr├Ąsident erbaut und besteht aus 36 S├Ąulen und einer fast sechs Meter gro├čen Statur des sitzenden Lincolns.

    In unmittelbarer N├Ąhe davon befinden sich weitere beeindruckende Denkm├Ąler, wie das f├╝r den 1968 ermordeten B├╝rgerrechtler Martin Luther King, der dort mit einer fast 10 Meter hohen Statur die sich aus Granit hervorhebt, verewigt wurde. Es befindet sich direkt am Ufer des Tidal Basin, der von einem Wald aus Kirschb├Ąumen umgeben ist, die im Fr├╝hling ein wundersch├Ânes Farbenspiel bieten. Nur sechs Minuten Fu├čweg in Richtung S├╝den befindet sich das Franklin Delano Roosevelt Memorial, zu Ehren des Pr├Ąsidenten, der in seiner 12-j├Ąhrigen Amtszeit das Land durch die Depression und den Zweiten Weltkrieg f├╝hrte. Das Denkmal zeichnet sich durch die kleinen, k├╝nstlichen Wasserf├Ąlle und die beiden Statuen des Pr├Ąsidenten aus, von denen eine ihn mit seinem treuen Begleiter, dem Schottischen Terrier Fala, zeigt. Wer lieber bedeutende Orte der j├╝ngeren Geschichte zu Gesicht bekommt, geht vom Lincoln Memorial zwanzig Minuten in Richtung Norden und st├Â├čt auf den Watergate Complex, der durch einen Einbruch 1972 weltber├╝hmt wurde. Dieser war Ausl├Âser f├╝r die gleichnamige Aff├Ąre, die zwei Jahre sp├Ąter zum R├╝cktritt von Pr├Ąsident Nixon f├╝hrte. In den sechs Geb├Ąuden befinden sich ├╝berwiegend B├╝ros und Apartments, aber auch ein Hotel und ein Einkaufszentrum das freizug├Ąnglich ist.

    Anders als in New York City, wo f├╝r fast alles Eintritt verlangt wird, k├Ânnen Urlauber mit einem kleinen Budget in Washington DC spannende Tage erleben. Eine Reise in die Hauptstadt empfiehlt sich besonders im Fr├╝hling, wenn die Kirschbl├╝te in voller Pracht steht, oder im Sommer, wenn das Wetter best├Ąndig ist. Wer sich bei dreizig Grad im Schatten davor scheut, auf Stadterkundung zu gegen, kann in Washington DC beruhigt sein. Hier gibt es nicht nur kostenlose Wasserspender sondern auch ausreichend ├Âffentliche Toiletten, so dass auch bei gro├čer Hitzer einem spannenden Tag nichts im Weg steht.

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