Sonntag, 25, Februar 2024
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    Gratis durch Washington DC

    Jedes Jahr erfreuen sich die HauptstĂ€dte dieser Welt großer Beliebtheit bei Touristen aus dem In – und Ausland. So gehörten London, Bangkok, Rom und Tokio mit zu den gefragtesten Reisezielen, genau wie New York City, Miami und Los Angeles. Washington DC wiederum, politisches Zentrum der Vereinigten Staaten, schafft es nicht einmal in die Top 5 der meistbesuchten StĂ€dte des Landes. Dabei bietet die Metropole am Potomac River zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten die zu einem Großteil sogar kostenlos sind.

    Das berĂŒhmteste Haus der Welt

    Das wohl berĂŒhmteste GebĂ€ude der Stadt, wenn nicht sogar der ganzen Welt, ist das Weiße Haus, Amts – und Regierungssitz des US-PrĂ€sidenten. Es befindet sich an der Pennsylvania Avenue im Herzen der Stadt und wird von allen Seiten strengstens bewacht. Anderes als die Downing Street 10 in London, steht das Weiße Haus der Öffentlichkeit offen und kann mit gefĂŒhrten Touren besichtigt werden. Der Eintritt ist sogar kostenlos aber mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden. So sollte eine Tour mindestens 21 Tage vorher gebucht sein, vor Beginn muss der aktuelle Reisepass vorgezeigt werden und wer kein US-BĂŒrger ist, kommt nur ins Weißes Haus, wenn vorher die nationale Botschaft vor Ort kontaktiert wurde. Wer die MĂŒhen auf sich nimmt, hat die Chance durch die RĂ€ume zu wandern, in denen Obama, Kennedy und Co gelebt haben. Das Weiße Haus ist aber auch von Außen ein echter Blickfang und kann sowohl von der Pennsylvania Avenue als auch von der sĂŒdlich gelegenen East Street fotografiert werden. An den anwesenden Sicherheitsleuten sollte sich aber keine stören, da die Herren in Schwarz einfach nur aufpassen, dass niemand auf dumme Ideen kommt, wie den Zaun hochzuklettern.

    Der Obelisk

    Hinter dem Weißen Haus liegt der President’s Park, an dem sich, durch die Constuction Avenue getrennt, die GrĂŒnflĂ€che um das Washington Monument anschließt. Der 169 Meter hohe Obelisk wurde 1884, nach 36 Jahren Bauzeit, zu Ehren von George Washington eröffnen und befindet sich inmitten der National Mall zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial. Die ersten PlĂ€ne fĂŒr das Denkmal kamen schon zu Washingtons Lebzeiten auf, doch nach seinem Tod 1799 konnten sich die Beteiligten weder auf einen Entwurf noch auf die Finanzierung einigen. UrsprĂŒnglich sollte um den Marmorturm herum ein Tempel, Ă€hnlich den DenkmĂ€lern fĂŒr Lincoln und Jefferson, stehen der jedoch aus KostengrĂŒnden nie gebaut wurde. Der Turm ist fĂŒr jeden freizugĂ€nglich und kann sogar von innen besichtigt werden. DafĂŒr geht es mit einem Fahrstuhl hoch zur Spitze, von der Besucher einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt haben. Da tĂ€glich nur eine begrenzte Anzahl an Karten zur VerfĂŒgung steht, sollten Urlauber sich schnell um eine kĂŒmmern. Die Tickets sind grundsĂ€tzlich kostenlos, es sei denn, sie werden fĂŒr den nĂ€chsten Tag reserviert. Dann fallen GebĂŒhren von 1,50 Dollar pro Ticket an.

    Der Kongress

    Eine halbe Stunde Fußmarsch in Richtung Osten liegt das Kapitol, das vom Washington Monument aus schon gut sichtbar ist. Hier sitzt der Kongress der Vereinigten Staaten, aufgeteilt in den Senat und das ReprĂ€sentantenhaus. Anders als beim Weißen Haus ist der Aufwand, um in das 1823 eröffnete GebĂ€ude zu kommen, nicht so groß. Wer mag, dann das Kapitol spontan besuchen oder im Internet Tickets fĂŒr Einzelpersonen, Familien oder Gruppen mit bis zu 15 Personen, reservieren. Der Eintritt ist, genau wie beim Weißen Haus, kostenlos. FĂŒr US-BĂŒrger gibt es sogar die Möglichkeit, ihren dortigen Senator oder ReprĂ€sentanten zu kontaktieren und sich von deren Mitarbeitern durch das GebĂ€ude fĂŒhren zu lassen.

    Das Lincoln Memorial mit dem Reflecting Pool und dem National World War II Memorial davor

    Gedenken an die Toten

    Westlich vom Washington Monument, nur einmal ĂŒber die 17th Street, liegt das Weltkriegsdenkmal. Dieses besteht aus einen großen Brunnen in der Mitte, umgeben von 56 GranitsĂ€ulen auf denen die Namen der US-Bundesstaaten und weiterer Überseegebieten des Landes stehen. Im nördlichen und sĂŒdlichen Teil des ellipsenförmigen Denkmals, steht jeweils ein Triumphbogen fĂŒr den Atlantischen – und den Pazifischen Ozean. Direkt hinter dem Memorial beginnt der Reflecting Pool, ein 618 Meter langes und 167 Meter breites Becken, in dem sich die angrenzenden DenkmĂ€ler spiegeln. Zum Schwimmen ist das Becken mit seiner Tiefe von 1,30 Meter jedoch nicht gedacht, sonder dient lediglich zur Verschönerung des Weges vom Washington Monument zum Lincoln Memorial. Dieses wurde 1922 zu Ehren des 16. PrĂ€sident erbaut und besteht aus 36 SĂ€ulen und einer fast sechs Meter großen Statur des sitzenden Lincolns.

    In unmittelbarer NĂ€he davon befinden sich weitere beeindruckende DenkmĂ€ler, wie das fĂŒr den 1968 ermordeten BĂŒrgerrechtler Martin Luther King, der dort mit einer fast 10 Meter hohen Statur die sich aus Granit hervorhebt, verewigt wurde. Es befindet sich direkt am Ufer des Tidal Basin, der von einem Wald aus KirschbĂ€umen umgeben ist, die im FrĂŒhling ein wunderschönes Farbenspiel bieten. Nur sechs Minuten Fußweg in Richtung SĂŒden befindet sich das Franklin Delano Roosevelt Memorial, zu Ehren des PrĂ€sidenten, der in seiner 12-jĂ€hrigen Amtszeit das Land durch die Depression und den Zweiten Weltkrieg fĂŒhrte. Das Denkmal zeichnet sich durch die kleinen, kĂŒnstlichen WasserfĂ€lle und die beiden Statuen des PrĂ€sidenten aus, von denen eine ihn mit seinem treuen Begleiter, dem Schottischen Terrier Fala, zeigt. Wer lieber bedeutende Orte der jĂŒngeren Geschichte zu Gesicht bekommt, geht vom Lincoln Memorial zwanzig Minuten in Richtung Norden und stĂ¶ĂŸt auf den Watergate Complex, der durch einen Einbruch 1972 weltberĂŒhmt wurde. Dieser war Auslöser fĂŒr die gleichnamige AffĂ€re, die zwei Jahre spĂ€ter zum RĂŒcktritt von PrĂ€sident Nixon fĂŒhrte. In den sechs GebĂ€uden befinden sich ĂŒberwiegend BĂŒros und Apartments, aber auch ein Hotel und ein Einkaufszentrum das freizugĂ€nglich ist.

    Anders als in New York City, wo fĂŒr fast alles Eintritt verlangt wird, können Urlauber mit einem kleinen Budget in Washington DC spannende Tage erleben. Eine Reise in die Hauptstadt empfiehlt sich besonders im FrĂŒhling, wenn die KirschblĂŒte in voller Pracht steht, oder im Sommer, wenn das Wetter bestĂ€ndig ist. Wer sich bei dreizig Grad im Schatten davor scheut, auf Stadterkundung zu gegen, kann in Washington DC beruhigt sein. Hier gibt es nicht nur kostenlose Wasserspender sondern auch ausreichend öffentliche Toiletten, so dass auch bei großer Hitzer einem spannenden Tag nichts im Weg steht.

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