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    Die Florida Keys

    Wer einfach nur auf der Durchreise nach Key West ist, will den Overseas Highway sicherlich nur schnell hinter sich bringen. Die 205 Kilometer lange Straße ist die einzige Verbindung zwischen den Florida Keys und dem Festland, an der sich rund 40 der 200 Koralleninseln im SĂŒden des Bundesstaates reihen. Ihren Namen verdanken sie nicht dem englischen Wort fĂŒr SchlĂŒssel sondern dem spanischen Wort „Cay“ was so viel wie „Sandinsel auf einem Korallenriff“ bedeutet.

    Die AnfÀnge

    Die ersten Bewohner der Keys waren Indianer und karibische StĂ€mme, die in den GewĂ€ssern rund um die Inseln Fische, Meeresschildkröten und SeekĂŒhe fingen. Im 16. Jahrhundert entdeckten die Spanier die Inseln fĂŒr sich, als sie sich auf der Suche nach dem Jungbrunnen befanden. Obwohl das Gebiet 250 Jahre zum Königreich Spanien gehörte, blieb es weitgehend unbesiedelt. Erst in den 1820ern nahm die Bevölkerung im heutigen Key West zu, was vor allem dem Hafen zu verdanken war, der aufgrund seiner Lage und dem natĂŒrlichen Tiefwasser, vorteilhafter war als der in Miami. Ende des 20. Jahrhunderts kam die Idee auf, die Keys durch eine Bahnstrecke mit dem Rest Floridas zu verbinden, da der Hafen in Key West zu dieser Zeit weiter an Bedeutung gewann. Aufgrund seiner Lage war der dem wirtschaftlich wichtigen Panama-Kanal am nĂ€chsten und ermöglichte zudem Handel mit Kuba. 1904 wurde mit dem Bau der Schienen begonnen, was sich durch das GelĂ€nde und das Wetter verzögerte, weswegen der erste Zug erst acht Jahre danach bis Key West fuhr. Diese Verbindung hielt jedoch nur bis 1935, als ein Hurrikan die Strecke zerstörte. Aus ihren TrĂŒmmern entstand der Overseas Highway, der fĂŒr Reisende Fluch oder Segen sein kann. WĂ€hrend sich einige an der wunderschönen Landschaft der einzelnen Inseln erfreuen, wollen andere die fast dreistĂŒndige Autofahrt nur schnell hinter sich bringen um in Key West beim Sonnenuntergang ein kĂŒhles GetrĂ€nk zu genießen.

    Die Florida Keys haben eine faszinierende Tierwelt zu bieten

    Das faszinierende Tierreich

    Heute sind die Florida Keys aufgrund ihrer SandstrĂ€nde und der wunderschönen Natur ein beliebtes Reiseziel. WĂ€hrend es Touristen aus dem Ausland in erster Linie nach Key West zieht, machen auf den anderen Inseln ĂŒberwiegend Amerikaner Urlaub. Die Keys eignen sich zum Speerfischen und zum Angeln, mit der Möglichkeit den Fang in einem Restaurant abzugeben und ihn sich zubereiten zu lassen. Aber auch Taucher und Schnorchelfans kommen auf ihre Kosten, insbesondere wenn sie schon immer mal ein Korallenriff entdecken wollten aber die Reise nach Australien zum Great Barrier Reef scheuen. An vielen Orten, von Key Largo im Norden bis Key West im SĂŒden, bietet sich die Chance, die Unterwassernatur zu erforschen und sogar bei der Wiederherstellung zu helfen. Wer Meeresbewohner lieber in flacheren GewĂ€sser treffen möchte, kann sich mit Delfinen anfreunden. Das Dolphins Plus Bayside in Key Largo und das Dolphins Research Center in Marathon bieten unvergessliche Erlebnisse mit ihren Großen TĂŒmmlern an, von einem einfachen Meet and Green, ĂŒber Schwimmstunden bis hin zum Kunstunterricht der besonderen Art. Denn hier malt nicht etwa der Mensch einen Delfin, sondern der Delfin selbst. Mit etwas Farbe, einer Leinwand und einem Pinsel in der Schnauze geht es los. Wem Schildkröten lieber sind bleibt in Marathon und besucht das Turtle Hospital. Hier werden kranke oder verletzte Schildkröten gerettet, behandelt und nach ihrer Genesung wieder in die Natur entlassen. 

    Das Haus von Schriftsteller Ernest Hemingway

    Auf den Spuren der Geschichte

    Key Largo, die nördlichste der Inseln und mit 53 Kilometern auch die lĂ€ngste von ihnen, ist vor allem Fans der Schauspielers Humphrey Bogart ein Begriff. 1947 diente die Ă€lteste Bar der Insel, das direkt am Overseas Highway gelegene „Caribbean Club“ als Inspiration und Drehort fĂŒr den Film „Gangster in Key Largo“. Fast siebzig Jahre spĂ€ter hatte die Bar wieder einen Auftritt vor der Kamera, diesmal in der Netflix-Serie „Bloodline“, wo sie fĂŒr Außenaufnahmen genutzt wurde. Wer noch weiter auf den Spuren von Bogart wandern will, fĂ€hrt den Highway ein StĂŒck weiter in Richtung SĂŒden und sieht sich die „African Queen“ aus dem gleichnamigen Film von 1951 an. Es handelt sich dabei um eins der zwei Originalboote, die fĂŒr den Dreh in Afrika genutzt wurden. Das andere liegt in Uganda. 

    Auf den Keys finden sich zahlreiche Museen, die ihren Besuchern interessante Einblicke in die unterschiedlichsten Fachbereiche bieten. Liebhaber der Werke von Ernest Hemingway und Tennessee Williams bekommen in Key West, der Wahlheimat der beiden Schriftsteller, einen Einblick in ihr Leben. Auch Harry S. Truman, ehemaliger US-PrĂ€sident, erkannte die VorzĂŒge der Stadt und verbrachte die Winter hier. Sein Haus, bekannt als Little White House, ist inzwischen ein Museum in dem nicht nur etwas gelernt sondern auch geheiratet werden kann. Aber auch die anderen Keys bieten spannende Einblicke in vergangene Tage, wie das History of Diving Museum,  in dem GerĂ€tschaften aus ĂŒber 30 LĂ€ndern rund um das Thema Tauchen ausgestellt sind, oder das Keys History and Discovery Center in Islamorada. Die jĂŒngere Geschichte erlebt es sich am besten in Key West um den 23. April, wenn die Conch Republic gefeiert wird. 1982 sorgte ein Streit ĂŒber eine Kontrollstelle am Overseas Highway, durch die viele Urlauber nicht nach Key West kamen, zur Loslösung der Stadt. Aus Protest rief Key West die Conch Republic unter dem Motto „Wir haben uns abgespalten, wo andere versagt haben“ aus und erklĂ€rte den Vereinigten Staaten den Krieg. Mit Broten bewaffnet, kapitulierten sie nach einer Minute und forderten eine Milliarde Dollar fĂŒr den Wiederaufbau. Die humorvolle Aktion, die klingt wie aus einem Comedy-Film, dauerte nur einen Tag, sorgte aber fĂŒr das Einlenken der Behörden.

    Da viele der Keys FlughĂ€fen haben, können Besucher auch direkt zu ihrem Urlaubsort reisen. Doch die Fahrt ĂŒber den Highway entspricht Konfuzius Weisheit „Der Weg ist das Ziel“. Auf den kleinen Inseln gibt es viel zu entdecken und zu erleben, weswegen niemand die 205 Kilometer einfach mit Scheuklappen entlangfahren sollte. 

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